Wiki:Diakritika

Aktuell: Neo-2-Freeze-Abstimmung

Hier eine kurze Übersicht zum aktuellen Stand der Diskussionen.

Es haben sich nur wenige an konkreten Vorschlägen beteiligt. Das sind vor allem Alex, Martin, Peter, und Florian hat auch einen Vorschlag beigesteuert, der allerdings etwas untergegangen ist. Unten sind die meisten der Varianten und die dazugehörige Diskussion genauer geschildert. Dieser Abschnitt, der irgendwann wieder entfernt wird, soll nur einen Überblick bieten.

Nicht berücksichtigt werden dabei die Varianten I, III. Die Varianten I und III sind frühe Versuche, werden inzwischen von Alex nicht mehr vertreten, sind aber unten weiterhin aufgeführt.

Allgemein kann man sagen, dass gute Erreichbarkeit der häufigen Zeichen im Widerspruch steht zu einem guten Merkschema. Ein solches zwingt manchmal Zeichen auf Positionen, die für sich gesehen suboptimal sind; aber weil man die meisten Diakritika sehr selten braucht, ist das zu verschmerzen.

Die Vorschläge sind also hier nach den Kriterien Erreichbarkeit und Merkbarkeit sortiert: Besser durchgezogene Merkschemata sind weiter links, und wo mehr auf gute Positionen einzelner Zeichen geachtet wurde, steht der Vorschlag weiter rechts. Etwas außerhalb dieser linearen Anordnung relativ ähnlicher Vorschläge steht Florians Variante V. Sie ist aber sehr auf gute Erreichbarkeit optimiert und steht daher ganz rechts.

Achtung: alle Vorschläge belegen alle Ebenen aller drei Tasten. Sollte eine Tabellenzelle leer erscheinen, enthält die eingestellte Browserschrift nicht alle nötigen Zeichen. In dem Fall sollte eine Unicodefähige Schrift installiert und eingestellt werden.

→ → → → → → bessere Erreichbarkeit → →

← ← bessere Merkbarkeit ← ← ← ← ← ← ←

         IV (Martin)| VII (M/P)|II (Peter)| VI (Alex)| V (Florian)
         | T1 T2 T3 | T1 T2 T3 | T1 T2 T3 | T1 T2 T3 | T1 T2 T3
 Ebene 1 | °  ˆ  ´  | °  ˆ  ´  | ˆ  `  ´  | ˆ  `  ´  | °  `  ´
 Ebene 2 | ¸  ˇ  `  | ˙  ˇ  `  | ˜  ¨  ¸  | ˇ  ¸  ˜  | /  ¸  ¨
 Ebene 3 | ↻  ˞  /  | ↻  ¸  /  | ↻  °  /  | ↻  °  /  | ˘  ↻  ˜
 Ebene 4 | ¨  ˜  ˝  | ¨  ˜  ˝  | ˇ  ˙  ˝  | ˙  ¨  ˝  | ¯  ˇ  ˆ
 Ebene 5 | ˙  ˘  ᾿  | ˞  ˘  ᾿  | ˞  ῾  ᾿  | ˞  ῾  ᾿  | ˞  ῾  ᾿
 Ebene 6 | .  ¯  ῾  | .  ¯  ῾  | ˘  .  ¯  | .  ¯  ˘  | .  ˙  ˝

Diakritische Zeichen

Diakritikum (mit Pl. Diakritika), aus dem Griechischen: um zu unterscheiden. Diakritika sind zu Buchstaben gehörige kleine Zeichen wie Punkte, Striche, Häkchen oder kleine Kreise, die eine besondere Aussprache oder Betonung markieren und unter oder über dem Buchstaben angebracht sind, in einigen Fällen auch durch den Buchstaben hindurch.

Zur Information, welche Zeichen mit den Toten Tasten der Neo-Tastatur erzeugbar sind, siehe Tote Tasten und Compose.

Reihenfolge der Eingabe: vorangestelltes Diakritikum

Handschriftlich wird meistens erst der Buchstabe geschrieben, das Diakritikum im Anschluss darüber gesetzt. Auf der Schreibmaschine wird zuerst das Diakritikum auf einer speziellen Taste ohne Zeichenvorschub (tote Taste, engl. dead key) geschrieben, der Buchstabe im Anschluss an die gleiche Position gesetzt. Diese umgekehrte Reihenfolge ist auch als Computerstandard etabliert.

  • K: die von der Handschrift gewohnte (intuitive?) Reihenfolge ist das nachgesetzte Diakritikum
  • P: das nachgestellte Diakritikum ist gleichbedeutend damit, dass der Buchstabe vorangestellt wird. Da im Moment der Eingabe dieses Buchstabens nicht klar ist, ob ein Diakritikum folgen wird oder nicht, müsste der Buchstabe vom Treiber bereits an die Applikation ausgegeben werden; nach Eingabe des Diakritikums wäre dann der Buchstabe wieder mittels Backspace zu löschen und schließlich durch das kombinierte Zeichen zu ersetzen. (Beispiel: Zur Eingabe von ä wäre a gefolgt von ¨ zu drücken; dem Programm wird vom Treiber die Zeichenfolge a BACKSPACE ä gesendet.) Die Applikation „sieht“ also einen nur technisch notwendigen Zwischenstand als reguläre Eingabe, was insbesondere bei tastaturgesteuerten Programmen zu nicht erwünschten Fehlfunktionen führen kann. (Beispiel: Bei gewünschter Eingabe des Befehles Ctrl+ä würde zunächst das Kommando Ctrl+a ausgeführt und müsste dann revidiert werden.) Beim vorangestellten Diakritikum wird der Zwischenzustand im Treiber gespeichert und nur das erwünschte Endergebnis an die Applikation weitergereicht, der also in jedem Fall nur ein eingegebenes Zeichen übermittelt wird.

Ergebnis:

  • Deadkeys mit Diakritika sind vor dem Buchstaben zu drücken.

Ausgabe als ein Zeichen oder als Combining Characters

Der folgende Abschnitt setzt die Kenntnis des Artikels über die Unicode-Normalformen (insbesondere die Argumente im Teil über die Diakritischen Zeichen) voraus.

Diskutiert wurde, ob konsequent zusammengesetzte Zeichen gesendet werden sollten, als auch bei Kombinationen, die sich bereits als gemeinsames Zeichen darstellen lassen (wie z.B. ä, é, …). Der Kompromiss ist momentan folgender:

  • Wird eine Tote Taste (z.B. `) einmal gedrückt, wartet sie auf die nächste Eingabe. Bei Eingabe eines passenden Buchstabens (a) wird dieser als ein Zeichen mit dem entsprechenden Diakritikum ausgegeben (à).
    • Noch keine Einigung ist erfolgt, was bei Eingabe eines unpassenden Buchstabens (c) nach einer Toten Taste passieren soll: Das native, also betriebssystemsspezifische Verhalten wäre für Linux, beide zu „verschlucken“, also nichts auszugegeben (), während Windows beide einzeln nacheinander ausgibt (`c). Soll das native Verhalten beibehalten werden oder ist eine einheitliche Regelung sinnvoller?
  • Wird eine Tote Taste zweimal gedrückt, so wird der entsprechende Combining Character ausgegeben, dieser wird getrennt gespeichert, erscheint aber (in „guten“ Programmen) über dem vorangehenden Zeichen (c̀).
    • Dies gibt (unter Linux) die Kompatibilität zur Standard-Compose zum Teil auf, da dead_circumflex+dead_circumflex bislang ein normales »^« erzeugt. Da aber alle Sonderzeichen ohnehin auf der Neo-Tastatur vorhanden sind, erscheint das vertretbar, zumal ebenfalls dead_circumflex+space ein »^« erzeugt.

Doppelfunktion Toter Tasten

Sollen ähnliche Deadkeys, deren Funktion nicht überlappt, zusammengelegt werden? Wollen wir evt. auch Deadkeys mit überlappenden Funktionen zusammenlegen und in Kauf nehmen, dass seltenere Kombinationen aus Diakritikum und Buchstabe nur über Compose erreichbar sind?

  • P: Reduziert die Anzahl der benötigten Tasten
  • P: Reduziert die Anzahl der zu merkenden Tasten
  • P: Reduziert die Verwechselungsgefahr
  • K: Das System, doppelt gedrückte Tote Taste wird zu Combining Character, wird weniger mächtig
  • K: Es ist „unschön“, ein „falsches“ Zeichen zu verwenden

Ergebnis: Sofern möglich, werden ähnliche Deadkeys zusammengelegt!

Welche Deadkeys können/sollen zusammengelegt werden?

  • Ogonek (nur bei Vokalen), Cedilla (fast nur unter Konsonanten)
    • angenommen! (Shift+T3,C → Ç und zugleich Shift+T3,A → Ą)
    • Kollision: Ȩ und Ę – wir haben uns für Ę entschieden, Ȩ kann z. B. über E¸¸ → Ȩ erzeugt werden.
    • Alternative zu Cedilla wäre Komma darunter (nur bei g k l n r s t → keine Kollision), aber Komma darunter ist eigentlich eh nur eine Unicode-Variante des Ogonek
  • Querstrich und Schrägstrich, zum Erzeugen von Buchstaben, die irgendwie durchgestrichen sind.
    • angenommen!
    • Kollision: Ƚ „L with bar“ vs. Ł „L with stroke“. Erzeugt wird Ł.
      Ƚ (und ƚ) lässt sich bislang nicht erzeugen. Für welche Sprache werden diese Zeichen benötigt? Eventuell könnte man die Standard-Coko ♫L- → £ oder ♫-L → £ löschen und dafür verwenden, da £ schon auf 6(E4) liegt.
  • Unterstrich und Überstrich (Makron)
    • Unterstriche gibt es bei ḆḎḴḺṈṞṮẔẖ.
    • Schnittmenge gering
  • Invertiertes Breve (Breve darunter): Da es kein h mit Breve drüber gibt, kann man eine gemeinsame tote Breve vergeben.
  • Mittenpunkt und Punkt drüber
    • Mittenpunkt wird eigentlich nicht benötigt, da er nur im Katalanischen vorkommt, und dort wird die getrennte Schreibweise l· bevorzugt
      • · ist jedoch mit Neo auch nicht direkt verfügbar, nur über Compose
    • Mittenpunkt und Punkt darüber ist ein Zeichen (eine tote Taste) (jedenfalls laut Herrn Kappenberg).
    • Ergebnis: Mittenpunkt und Punkt drüber werden als Toter Punkt zusammengefasst

Belegung der drei Toten Tasten

Neo hat 3 Tasten, die mit Deadkeys belegt werden sollen, die als T1, T2 und T3 bezeichnet werden sollen. Bei 6 Ebenen ergeben sich damit maximal 18 Deadkeys (Falls doch mehr Ebenen belegt werden sollen, natürlich entsprechend mehr).

Einigung besteht darüber, dass die Deadkeys es ermöglichen sollten, die häufigsten in Europa vorkommenden Diakritika zu schreiben.

Strittig war lange, ob auch Zeichen, die fast ausschließlich in der Mathematik gebraucht werden (Strich darunter) oder griechische Akzente (behaucht, Knacklaut, iota subscriptum) über Tote Tasten oder nur über Compose erreichbar sein sollen. Durch das Zusammenlegen von Deadkeys konnten jedoch auch diese aufgenommen werden.

Wie sollen die Deadkeys auf den Tasten und Ebenen angeordnet werden?

  • Erreichbarkeit: T3 > T2 > T1?
  • leicht merkbar: Ähnliches Aussehen, gleicher Sprachraum etc. auf derselben Ebene
  • häufige Akzente gut erreichbar, also hauptsächlich französische und spanische
  • Also Akut und Gravis beide auf Ebene 1.
    • Akut wichtiger, also auf T3
  • Tilde oder Zirkumflex wichtiger?
    • Tilde kommt im Spanischen und Portugiesischen vor, Spanisch hat sehr viele Sprecher
    • Zirkumflex im Französischen und Portugiesischen, Französisch wird sehr viel in der Schule gelehrt
    • Zirkumflex scheint im Französischen seltener vorzukommen als die Tilde im Spanischen
    • Zirkumflex braucht man für hochgestellte Zahlen
    • Im Zweifelsfall: So lassen wie bei qwertz (Paradigma 7), also Zirkumflex auf Ebene1, Tilde auf Ebene2
    • Tilde ist mit Shift nicht wirklich schlecht erreichbar

Zur Auswahl stehen folgende Deadkeys, sortiert nach Ähnlichkeit. In Klammern die momentan nicht erreichbaren:

  • Akut, Gravis
  • Tilde
  • Diaeresis/Trema, Doppelakut
  • Ring/Kroužek
  • Cédille + Ogonek, (Komma darunter)
  • Zirkumflex, Caron/Hatschek, Breve + invertierte Breve
  • Schrägstrich + Querstrich, Unterstrich + Überstrich/Makron
  • Punkt darüber + Mittenpunkt, (Punkt darunter)

Für die momentan gültige Belegung wurde versucht, die Anordnung möglichst einfach memorierbar zu gestalten. Die zugrunde liegende Entwurfsidee ist: Einteilung der Zeichen thematisch-regional in Dreiergruppen, sowie Zuordnung einer graphischen Funktion zu jeder der drei toten Tasten.

T1 („komplex“) T2 („rückwärts“) T3 („vorwärts“) „Thema“
Ebene 1 (ohne Modifier) ˆ Zirkumflex ` Gravis ´ Akut Frankreich
Ebene 2 (Shift) ˜ Tilde ¸ Cedille+Ogonek Süden
Ebene 3 (mod3) ˚ Ring ¨ Diaerese,Trema ̷ Quer-+Schrägstrich Norden
Ebene 4 (mod4) ˇ Caron/Hatschek ˵ Doppelgravis ˝ Doppelakut Osten
Ebene 5 (mod3+Shift) ˘ Breve ῾ Spiritus asper ᾿ Spiritus lenis Griechisch
Ebene 6 (mod3+mod4) ¯ Makron+Unterstrich ˙ Punkt

Neue Belegung der toten Tasten

Motivation

Seitdem das grundsätzliche Schema der toten Tasten festgelegt wurde, ist viel passiert. Es gibt zwei neue Belegungen der toten Tasten (↻, ˞), die vorher frei waren. Davon wirkt ↻ selbst auf andere tote Tasten, so z.B. für ↻˘a → ȃ. Mit dem Vorschlag, dass der seltene Doppelgravis durch ↻˝ ersetzt (bzw. ↻˝˝ für das kombinierende Zeichen) werden kann, ergibt sich eine neue freie Belegung und einige Möglichkeiten. So würde sich z.B. der untergesetzte Punkt gut integrieren lassen und tatsächlich sinnvoll, da er sehr viel in außereuropäischen Sprachen wie einige afrikanische Sprachen und Vietnamesich, sowie Umschriften für Hindi, Sanskrit und Arabisch verwendet wird. Man sieht dies bereits an der Anzahl der vordefinierten Zeichen: Ạạ, Ḅḅ, Ḍḍ, Ẹẹ, Ḥḥ, Ịị, Ḳḳ, Ḷḷ, Ṃṃ, Ṇṇ, Ọọ, Ṛṛ, Ṣṣ, Ṩṩ, Ṭṭ, Ụụ, Ṿṿ, Ẉẉ, Ỵỵ, Ẓẓ, und Ḹḹ, Ṝṝ, Ậậ, Ặặ, Ệệ, Ộộ, Ợợ, Ựự. Außerdem zeigt dieser laut Wikipedia in deutschen Wörterbüchern unter einem Vokal die Betonung und die kurze Aussprache dieses Vokals an. Auch in Asturisch, einer europäischen Sprache, kommt der untergesetzte Punkt vor (ḥ in Ostasturisch und ḷ in Westasturisch). Siehe auch http://en.wikipedia.org/wiki/Dot_(diacritic). Die bisherigen Cokos ♫!a → ạ sind dabei sehr umständlich und wenig intuitiv.

Auf der Mailingliste wurden dafür einige neue Vorschläge diskutiert, die im folgenden dokumentiert sind.

Häufigkeits-/Wichtigkeitsanalyse

  • Der Hatschek kommt in sehr vielen überwiegend mittel- und südosteuropäischen vor: Tschechien (Nachbarland), Lettland, Litauen, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Serbien. Er ist daher wirklich wichtig und sollte nicht schlechter gestellt werden, als Ebene 4.
  • Der übergesetzte Punkt kommt im Türkischen (˙i → ı, ˙I → İ) sehr prominent vor, sodass Erik diese sogar über ♫ii/♫II abkürzt. Weiter wird er im Polnischen verwendet, auf Malta, und in Litauen, Andorra. Er ist deshalb verhältnismäßig wichtig.
  • Der Doppelakut wird soweit ich weiß nur im Ungarischen verwendet.
  • Der Makron wird in Lettland und Litauen verwendet und als Längenzeichen. Auch außereuropäisch und in Transkriptionen wird er verwendet.
  • Der Breve wird in Rumänien/Moldawien (In einem Text aus 6 Wörtern habe ich mindestens 7 ăs gesehen), sowie in der Türkei/Zypern (ğ) und in Esperanto verwendet.

Alle Vorschläge haben gemeinsam, dass ˞ auf Ebene 5 (T1) wandert, da so alle Haken (Spiritus, Vietnamesischer Haken = Spiritus auf lat. Vokale) und eben ˞ auf eine Ebene kommen und so einfach zu merken sind. Des Weiteren hatte die vorherige Belegung mit Breve keinen wirklichen Zusammenhang mit Griechisch und wurde vorangig wegen der Form gewählt.

Hier die alte Belegung

T1 („komplex“) T2 („rückwärts“) T3 („vorwärts“) „Thema“
Ebene 1ˆ`´ Frankreich
Ebene 2˜¸ Süden
Ebene 3˚¨/ Norden
Ebene 4ˇ ̏ ˝ Osten
Ebene 5˘᾿ Griechisch
Ebene 6¯˙˞

1. Ansatz: Anordnung nach Regionenzuordnung (Aleχ & Peter)

Diese Gruppe von Vorschlägen verfolgt einen sehr ähnlichen Ansatz wie der bisherige Status quo und verändert möglichst wenig, die ersten drei Ebenen gar nicht (bis auf den optionalen Tausch ¨↔↻). Die Zeichen werden grob nach Regionen und dem Aussehen eingeteilt. Dabei soll ein gut merkbares Schema entstehen, das aber gleichzeitig die wichtigsten Diakritika auf den ersten vier Ebenen verfügbar macht.

Im Gegensatz zum 2. Ansatz sind die Merkschemata nicht ausschließlich auf das Aussehen der Zeichen bezogen. Vorteil: Zu gleichen Sprachen gehörige Zeichen liegen meist auf derselben Ebene oder nur über wenige Ebenen verteilt. Das kommt Schreibern dieser Sprachen zugute. Nachteil: Schreiber, die nicht wissen, zu welcher Region ein Zeichen gehört, können sich dessen Position evtl. nicht so gut merken. Das betrifft Leute, die oft Diakritika vieler verschiedener Sprachen benutzen, ohne diese Sprachen zu kennen (z.B. für Namen).

Im Gegensatz zum 3. Ansatz werden die toten Tasten T1, T2 und T3 im Wesentlichen gleich behandelt. Dadurch liegen einige oft benutzte Zeichen auf T1 und damit schlechter. Z.B. liegt die Tilde ~ auf T1, weil sie bezüglich der Merkschemata zum Zirkumflex gehört; T1 ist aber die am schlechtesten erreichbare tote Taste.

Tausch ¨↔↻

Optional ist in jedem Fall der Tausch ¨↔↻. Aufgrund der generell positiven Resonanz ist er im Folgenden bereits berücksichtigt. Er ist allerdings unabhängig von den Vorschlägen.

Vorteile:

  • das Trema passt besser auf die zweite Ebene.
  • ↻ passt auch von der Bedeutung gut auf die „Programmierebene“
  • ↻ wird (neben Buchstaben) am häufigsten mit Zeichen aus der dritten (z.B. ↻] → ␣) oder sechsten (↻⊂ → ⊃) Ebene kombiniert. Wenn es auf die dritte Ebene kommt, kann man den Modifier stehen lassen (selbst wenn das zu drehende Zeichen auf der linken Seite liegt, da man den sehr gut positionierten linken Mod3 auch dann noch relativ bequem benutzen). Für die 6. Ebene genügt ein zusätzlicher Mod4.

Variante I (Aleχ) (T1)

T1 („komplex“) T2 („rückwärts“) T3 („vorwärts“) „Thema“
Ebene 1ˆ`´ Frankreich
Ebene 2˜¨¸ Süden
Ebene 3˚/ Norden
Ebene 4˘ˇ˝ Osten
Ebene 5˞᾿ Griechisch/Haken
Ebene 6¯.˙ Punkte

Erklärung: Dieser Vorschlag legt besonderen Wert auf die „Symmetrie“ zwischen den beiden Tasten T2/T3.

Vorteile sind:

  • Merkhilfe: Makron und Breve liegen auf der gleichen Taste (Mod3+¯ → ˘): Makron steht für lange Aussprache und Breve für kurze.
  • Das Makron ist leichter einzugeben und passt auch ins Schema „Osten“, alle anderen Zeichen haben sich im Eingabekomfort nicht wirklich verschlechtert
  • Das Schema der Tasten T2, T3 „nach rechts“ – „nach links“ ist wie früher beibehalten, wobei man sich in der Reihe ˇ ˝ es so vorstellen muss, als zeige nur der linke Teil nach rechts. Dies könnte evtl etwas unintuitiv sein.
  • Weiter wird an T3 nichts verändert (→ siehe bisheriges Merkschema), ¯ und ˘ bleiben auf T1, damit bleibt hier auch das Schema „komplex“.

Nachteile sind:

  • Der Makron passt nicht so in das Schema „Osten“ (außer Litauen, Lettland), wie z.B. der Breve oder der Punkt.
  • Der Breve passt nicht so sehr zu den anderen Punkten.
  • Der Hatschek liegt nicht mehr auf der gleichen Taste, wie der Zirkumflex
  • Die Erreichbarkeit von T3 > T2 > T1 ist nur wenig beachtet

Vorschlag Peter: Man könnte den Breve und den Makron hier auch tauschen. Das verletzt keine Merkschemata, stellt den etwas häufigeren Breve aber besser. Außerdem bliebe der Makron auf seinem angestammten Platz. (Vorschlag umgesetzt).

Variante II (Peter) (T2)

T1 („auf und ab“) T2 („abwärts/punktig“) T3 („aufwärts/strichig“) „Thema“
Ebene 1ˆ`´ Frankreich
Ebene 2˜¨¸ Süden
Ebene 3˚/ Norden
Ebene 4 ˇ ˙ ˝ Osten
Ebene 5 ˞ ᾿ Griechisch/Haken
Ebene 6 ˘ . ¯ Vokallänge

(Edit (21.02.10): Hier habe ich noch ↻ gegen ˚ getauscht, weil es so besser passt und das ursprüngliche Anliegen, die ersten drei Ebenen intakt zu lassen, inzwischen an Bedeutung verloren hat. Mit Alex abgesprochen. Peter.)

Erklärung:

  • Die Tasten (T1–T3) werden dem Aussehen des Diakritikums zugeordnet. Ähnlich aussehende Diakritika werden unabhängig von ihrer Bedeutung auf diesselbe Taste gelegt.
  • Die Ebenen werden der Bedeutung des Diakritikums zugeordnet. Ähnlich funktionierende (in ähnlichen Regionen vorkommende, einem gemeinsamen Thema zugehörige) Diakritika kommen auf

die gleiche Ebene.

Vorteile sind:

  • Es gibt wenige Ausnahmen bei den Merkschemata, im Westentlichen nur ↻ und ¸.
  • Die Zuordnung Ebenen↔Regionen und Tasten↔Aussehen passt zur sonstigen Anordnung der Neo-Tastatur.
  • Makron ist weniger wichtig und daher auf Ebene 6. Außerdem passt der ˙ besser zum Schema Osten.

Nachteile sind:

  • Die Symmetrie zwischen T2/T3 wie z.B. `´, ˇ˝, ῾᾿, .˙ ist verletzt.
  • Makron und Breve sind auseinandergerissen; der Breve liegt fernab auf T1 (neben der 1).
  • Die Erreichbarkeit von T3 > T2 > T1 ist nur wenig beachtet

Variante III (Aleχ) (T3)

T1 („auf und ab“) T2 („abwärts/punktig“) T3 („aufwärts/strichig“) „Thema“
Ebene 1ˆ`´ Frankreich
Ebene 2˜¨¸ Süden
Ebene 3˚/ Norden
Ebene 4 ˇ ˙ ˘ Osten
Ebene 5 ˞ ᾿ Griechisch/Haken
Ebene 6 ¯ . ˝ ?

Erklärung: Dieser Vorschlag legt besonderen Wert darauf, dass die häufigen Tasten auch wirklich gut liegen. Dafür werden allerdings im Vergleich zu den anderen Vorschlägen Merkhilfen zerstört. Ein paar bleiben dennoch erhalten und vielleicht können noch weitere bei näherer Betrachtung gefunden werden.

Dieser Vorschlag wurde zurückgezogen.

Vorteile sind:

  • Breve und Punkt für das Türkische, Rumänische und Polnische liegen auf Ebene 4.
  • Das seltenere Zeichen ˝ (nur Ungarn) wird schlechter gestellt, der Makron bleibt, wo er ist. Zitat Peter: „Puh… Der Doppelakut ist natürlich alleine schon wichtig, damit Mathematiker mit ihrer Erdős-Zahl angeben können. Hmm, vielleicht sollte er deshalb ja auf die Mathe-Ebene“. Es wurde vorgeschlagen, die ungarischen Anführungsstriche zusätzlich über ¨ö → ő verfügbar zu machen, v.a. wenn ¨ auf E2 und ˝ auf E6 wandert.
  • Viele Vorteile von Vorschlag II bleiben erhalten

Nachteile sind:

  • Die Merkhilfe mit ˘ und ¯ fällt weg.
  • Die Merkhilfe mit „hoch und runter“ auf T1 hat eine Ausnahme auf Ebene 6.
  • Ich habe mir noch kein Motto von Ebene 6 überlegen können. Vielleicht jemand anderes?
  • Die Erreichbarkeit von T3 > T2 > T1 ist nur wenig beachtet

2. Ansatz: Anordnung nach der äußeren Form

Im Gegensatz zum ersten Ansatz ist hier die Merkbarkeit das höchste Kriterium, die Anordnung nach Häufigkeit spielt eine untergeordnete, die Anordnung nach Regionen gar keine Rolle.

Vorteil: Die Merkschemata sind auch für Leute nachzuvollziehen, die nicht wissen, welches Zeichen welcher Region zugeordnet wird. Nachteil: Schreiber einer bestimmten Fremdsprache suchen deren Diakritika über viele Ebenen hinweg. (Das kann aber auch bei den Vorschlägen des Ansatzes 1 passieren, z.B. Polnisch: ´, ¸, /, ˙ auf den Ebenen 1, 2, 3, 4/6)

Die Diskussion dreht sich vor allem um die zwei Fragen, ob man a) sich eine Zuordnung Ebenen ↔ Regionen merken kann und b) ob ganze Sprachen mit Neo getippt werden, die dann natürlich bevorzugt Diakritika nur einer Ebene verwenden wollen. Martin verneint beides, Peter argumentierte hingegen für „ja“.

Variante IV (Martin) (T4)

T1 („punkt-/kreisförmig“) T2 („auf-ab“) T3 („schräg“)
Ebene 1 °ˆ´Grundzeichen 1
Ebene 2 ¸ˇ`E1 gespiegelt (Ausnahme Cedille)
Ebene 3 ˞/Sonderzeichen
Ebene 4 ¨˜˝doppelt
Ebene 5 ˙˘᾿Grundzeichen 2
Ebene 6 .¯E5 gespiegelt

Vorteile des konkreten Vorschlags:

  • seltenere Zeichen befinden sich auf der schlecht erreichbaren T1 und auf den Ebenen 5 und 6
  • gute Merkbarkeit
  • Merkschemata nur auf Aussehen bezogen
  • Die häufigsten Akzente ` und ´ liegen auf der gut erreichbaren T3

Nachteile:

  • Einige Zeichen liegen zu gut: ° auf Ebene 1, obwohl er eigentlich nur als å in Skandinavisch und ů in Tschechisch benutzt wird. Und der Haken auf Ebene 3, obwohl er beinah nur für IPA, Vietnamesisch und Afrikanisch benutzt wird.
  • Demgegenüber liegt ˙ eher schlecht: auf T1(5). Benutzt wird ˙ für polnisch ż und türkisch ı, İ.
  • die spiritus ᾿῾ liegen nicht mehr beide auf der Griechen-Ebene (schlecht z.B. für eine Modularisierung)

3. Ansatz: Anordnung nach guter Erreichbarkeit

Dieser Ansatz hebt hervor, dass T1 (links neben der 1) schlechter erreichbar ist als T2 und T3. Einerseits liegt es weiter entfernt von der Grundposition, andererseits liegen die Modifier auf der rechten Seite, die man mit T1 ja drücken würde, schlechter als die auf der linken Seite. Und drittens werden die meisten Diakritika mit Vokalen kombiniert, die ja links liegen. Man kann also die Position T1(1) schlechter ansehen als z.B. T2(4), obwohl bei letzterer ein Modifier gedrückt werden muss.

Wir waren uns allerdings nicht einig, wie schwerwiegend die schlechte Lage von T1 ist.

Variante V (Florian) (T5)

T1 T2 T3
Ebene 1 °`´
Ebene 2 /¸¨
Ebene 3 ˘˜
Ebene 4 ¯ˇˆ
Ebene 5 ˞᾿
Ebene 6 .˙˝

Vorteile:

  • Gute Erreichbarkeit aller wichtigen Zeichen, da sie sich auf T2 und T3 befinden.
  • unwichtigere Zeichen liegen zunächst auf T1, dann auch auf den Ebenen 5 und 6.

Nachteile:

  • kein einfaches Merkschema (obwohl durchaus zusammengehörige Zeichen auch beieinanderliegen)
  • bei allgemein seltenen Zeichen wie den Diakritika ist Merkbarkeit evtl. wichtiger als gute Erreichbarkeit

Variante VI (Aleχ) (T6)

T1 („…“) T2 („abwärts/…“) T3 („aufwärts/strichig“) „Thema“
Ebene 1ˆ`´ Frankreich
Ebene 2ˇ¸˜
Ebene 3˚/ Norden
Ebene 4˙¨˝ Punkt/Doppelpunkte
Ebene 5˞᾿ Griechisch/Haken
Ebene 6.¯˘ Vokallänge

Hier wurde besonders darauf geachtet, dass Diakritika, die meistens mit Zeichen auf der rechten Seite der Tastatur benutzt werden, links stehen (d.h. auf T1), und andersrum. So gehört Z.B. ˇ auf T1, weil es häufig als š, ň, ř, ť, ď vorkommt (č und ž sind allerdings auch sehr häufig).

Variante VII (Martin, von Peter abgewandelt) (T7)

T1 („punkt-/kreisförmig“) T2 („auf-ab“) T3 („schräg“)
Ebene 1 °ˆ´Grundzeichen 1
Ebene 2 ˙ˇ`E1 gespiegelt (Ausnahme: Punkt)
Ebene 3 ¸/Sonderzeichen
Ebene 4 ¨˜˝doppelt
Ebene 5 ˞᾿Haken
Ebene 6 .˘¯

Hier wurde Variante IV verändert, um die (von mir so gesehenen) Nachteile abzufedern: Der Punkt ist jetzt mit auf den gut erreichbaren Ebenen, der Haken zurück auf der 5. Ebene. Die griechischen spiriti sind auch gemeinsam auf der 5. Ebene.

Offensichtlicher Nachteil ist, dass das Merkschema nicht mehr ganz so gut funktioniert (auf den ersten 4 Ebenen ist es aber kaum angetastet).

Variante (Nicht mehr zur Abstimmung)

Eine Variante, die nicht mehr zur Wahl stand, hier nur für das Protokoll:

T1 T2 T3
Ebene 1 ˜`´
Ebene 2 °ˇˆ
Ebene 3 ¸/
Ebene 4 ¨˙˝ Punkte/Doppelpunkte
Ebene 5 ˞᾿ Griechisch/Haken
Ebene 6 ¯.˘ Vokallänge

Tote Tasten und Compose
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zuletzt geändert vor 6 Jahren Zuletzt geändert am 23.07.2011 10:31:25